Hamsterkäfig naturnah einrichten: Das solltest du beachten!

Bei der Einrichtung des Hamsterkäfigs kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Du hast die freie Wahl zwischen unzähligen Einrichtungsgegenständen und Kombinationen von verschiedenen Häusern, Brücken und Co. Auch die Anordnungen innerhalb des Käfigs ist flexibel. Wenn du den Hamsterkäfig einrichtest, ist das Wichtigste die Einrichtung artgerecht zu gestalten. Deshalb wollen wir den Hamsterkäfig möglichst naturnah einrichten. Das ist natürlich nicht 1 zu 1 möglich, aber es gibt einige wichtige Dinge zu beachten, die wir dir näher bringen wollen. Am Ende wirst du hoffentlich einige Ideen haben, wie du den Hamsterkäfig einrichten kannst. Solltest du noch kein geeigneten Hamsterkäfig haben, lies dir vorher unseren Ratgeber für Hamsterkäfige durch.

Einrichtung vom Hamstergehege mit Einstreu und einer Brücke.
Je komplexer wir den Käfig unseres Hamster gestalten, desto mehr Beschäftigung hat er. Auch Rückzugsorte unter Brücken sind wichtig, für die kleinen Mitbewohner.

Den Hamsterkäfig naturnah einrichten mit der richtigen Einstreu

Die Basis für die Einrichtung eines Hamsterkäfigs ist Einstreu. Damit entscheidest du, welchen Boden dein Hamster unter seinen Pfoten hat und wodurch er sich buddeln muss, wenn er Gänge bauen möchte. Bei Einstreu geht es aber nicht nur um Optik oder Wohlbefinden, sondern vor allem um Gesundheit und artgerechte Haltung. Wenn dein Hamster klettert, kann es auch mal passieren, dass er herunterfällt. Mit einer größeren Menge Einstreu, kann der Aufprall abgemildert werden. Willst du deinen Hamsterkäfig naturnah einrichten, musst du natürliche Einstreuarten wählen und keine künstlichen.

Sägespäne

Wenn wir den Hamsterkäfig naturnah einrichten, sind Sägespäne die bekannteste und wichtigste Einstreu. Achte beim Kauf darauf, dass es sich wirklich um geeignete Späne und nicht um Sägemehl, Torf oder Hobelspäne handelt. Sonst hat dein Hamster schnell gereizte Augen wegen der hohen Staubbelastung. Die Einfüllhöhe beträgt optimalerweise 20 cm, ist aber von der Höhe Hamsterkäfig abhängig. Unter 15 cm Höhe solltest du nicht gehen, damit dein kleiner Freund noch genug Platz zum Graben von Gängen hat. Damit diese Gänge stabiler sind, solltest du den Sägespänen die nächsten Einstreuarten beimischen: Stroh und Heu.

💡 Hinweis: Sägespäne sind sehr saugfähig und deshalb optimal für deinen Hamster. Die Reinigung des Käfigs wird dadurch enorm vereinfacht. Möchtest du mehr zum Thema Reinigung erfahren, empfehlen wir dir unseren Ratgeber zur Hamsterhaltung.

Stroh und Heu

Stroh und Heu bringen durch seine starren und langen Halme zusätzliche Stabilität in das Gangsystem deines Hamsters. Heu ist zusätzlich ein wichtiger Bestandteil des Futters. Deshalb empfehlen wir, Stroh zur Stabilität zu nehmen und Heu gesondert und regelmäßig zuzugeben.

Sand

Sand ist als Bestandteil für eine artgerechte Käfigeinrichtung deines Zwerghamsters unverzichtbar. Durch Buddeln und Wälzen pflegen die kleinen Nager ihr Fell und ihre Krallen. Größere Hamster, wie der Goldhamster, mögen Sand auch, brauchen ihn aber nicht zwingend. Normaler Streusand eignet sich nicht für deinen Hamster. Am sinnvollsten ist Chinchilla-Sand. Der Sand ist sehr feinkörnig und birgt keinerlei Gefahren für Nager aller Art. Es gibt häufig Gefäße, um Sandbäder an eine Stelle im Hamstergehege stellen zu können. Es sollten aber keine großen schweren Einrichtungsgegenstände mitten auf den Sägespänen stehen, weil sonst zu viel Druck auf die Gänge entsteht. Deshalb raten wir davon ab.

Steine

Die Abnutzung der Krallen deines Hamsters ist sehr wichtig. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen Bereich mit Steinen zu befüllen. Dafür kannst du einfach ein paar größere Kieselsteine sammeln und musst kein Geld ausgeben. Wichtig ist, dass du die Steine gut mit heißem Wasser abspülst, damit keine Keime mehr an den Steinen sind, die gefährlich für deinen Hamster werden können. Wenn du die Steine auf die Sägespäne legst, passiert es häufig, dass dein Hamster sie mit verbuddelt. Ein separater Bereich ist deshalb sinnvoller.

💡 Tipp: Nutze Holzbrücken als Trennwände und bilde Bereiche mit verschiedenen Untergründen. Damit hast du den Hamsterkäfig gleich naturnah eingerichtet und vermeidest Druck auf die Sägespänen durch ein Sandbad oder einen Behälter mit Steinen.

Einrichtungsgegenstände, um den Hamsterkäfig naturnah einzurichten

Es gibt einige Einrichtungsgegenstände, die unabdingbar sind, um den Hamsterkäfig naturnah einzurichten. Wichtig ist, dass du große Gegenstände, die schwer sind und eine große Auflagefläche haben, nicht auf die Fläche der Sägespäne stellst. Die Gänge deines Hamster könnten sonst schnell einstürzen. Außerdem passiert es sonst häufig, dass dein Hamster nach oben buddelt und auf einmal gegen eine Wand „rennt“.

Nicht nur die Einstreu sollte natürlich sein, sondern auch die restliche Einrichtung, schließlich wollen wir den gesamten Käfig naturnah einrichten. Achte also auf natürliche und unbehandelte Materialien. Unbehandeltes Holz und Baumrinde sind dabei die Klassiker. Plastik sollte strengstens verboten für dich sein. Den Hamsterkäfig naturnah einrichten und Plastik widerspricht sich schließlich. Dein Hamster kann außerdem Probleme bekommen, sich nicht befreien zu können und aufgrund von Kondenswasser wird die Keimbildung in Plastikgegenständen begünstigt.

Hamsterhaus

Eine der wichtigsten Sachen im Hamstergehege ist das Hamsterhaus. Es stellt einen wichtigen Rückzugsort für deinen kleinen Freund dar. Dein Hamster mag es, Schlafbereich und Vorratskammer voneinander zu trennen. Auch eine Toilette hat er gerne häufig in seinem Haus. Deshalb solltest du ein Hamsterhaus mit drei oder mehr Kammern, ein sogenanntes Mehrkammernhaus, kaufen. Ein abnehmbarer Deckel ist auch empfehlenswert. Du kommst damit viel leichter an das innere des Häuschens und kannst es besser reinigen.

Hamsterrad

Jeder kennt es und jeder weiß, wie es aussieht. Leider werden gerade beim Hamsterrad sehr viele Fehler gemacht. Mit dem Hamsterrad bringst du Abwechslung in den Käfig. Ein Hamsterrad gehört logischerweise auf den ersten Blick nicht zu einer artgerechten oder naturnahen Einrichtung eines Hamsterkäfigs. Schließlich gibt es in freier Wildbahn auch keine Laufräder. Mit dem Rad kannst du aber sehr gut Abhilfe schaffen. Das Hamsterrad hilft deinem kleinen Freund, seinen Bewegungstrieb auszuleben. Mit ausreichend Bewegung sinkt auch das Risiko, dass er übergewichtig wird. Außerdem ist es eine gute Beschäftigung und dein Hamster entwickelt vermutlich keine zwanghaften Verhaltensweisen, wie Knabbern an den Gitterstäben. Zusätzlich kann ein Hamsterrad helfen, dass die Krallen regemäßig abgenutzt werden und deshalb nicht zu lange werden.

Material des Hamsterrads

Ein Holzrad ist aus mehreren Gründen die optimale Wahl. Einerseits ist das Material natürlich. Das heißt, dein Hamster kann problemlos daran knabbern, ohne Folgen zu spüren. Außerdem ist im Inneren eines Holzrades meist eine raue Fläche aus Kork, die die Krallen besser abnutzt und abschleift. Ganz wichtig ist auch eine durchgängige Lauffläche, damit dein kleiner Freund nicht stolpert. Holzlaufräder haben eine offene Seite, die frei von Streben ist, und eine geschlossene Seite, damit der Hamster nicht so leicht herausfällt.

Größe des Hamsterrads

Wie groß muss ein Hamsterrad sein? Die Antwort ist definitiv nicht: So groß, dass er reinpasst. Das wäre sehr gefährlich für deinen kleinen Hamster. Ist das Rad zu klein, läuft er nämlich im Hohlkreuz und das jeden Tag. Das kann für die Wirbelsäule fatale Folgen haben und dauerhafte Probleme nach sich ziehen. Die Größe variiert natürlich je nach Hamsterart. Der Durchmesser sollte bei einem Zwerghamster mindestens 21 cm, eher 25 cm betragen. Für größere Hamster, wie Goldhamster, solltet ihr nicht unter 27 cm landen.

💡 Hinweis: Das Hamsterrad ist zwar groß und nicht sehr leicht, jedoch kann man es meistens nicht in einer erhöhten Position abstellen. Deshalb bietet es sich an, das Laufrad auf Sand zu stellen, da in dem Bereich keine Gänge gegraben werden.

Futternapf und Trinkschale

Eigentlich hat ein Futternapf nichts mit einer naturnahen Einrichtung des Hamsterkäfigs zutun, aber ist dennoch unabdingbar. Generell solltest du das Futter im Käfig verteilen. Dennoch brauchst du einen kleinen Futternapf, den du regelmäßig befüllen kannst. Das Material ist dabei natürlich entscheidend. Holz ist zwar naturnah, doch bildet leichter Schimmel und ist schwerer zu reinigen. Deshalb empfehlen wir dir, einen Keramik-Napf zu nehmen. Plastik ist, wie immer, keine Option. Es bietet sich an, den Napf erhöht zu stellen, damit er nicht auf einmal in den Sägespänen verschwindet.

Grundsätzlich gibt es Nippeltränken oder Trinkschalen als Auswahl, um deinem kleinen Nager Wasser zu geben. In der Natur findet ein Hamster aber auch keinerlei Nippeltränken, sondern trinkt wohl eher aus einem kleinen Bach oder eine kleinen Pfütze. Deshalb solltest du dich für eine Trinkschale entscheiden. Auch hier ist Keramik die beste Option. Das Wasser soll außerdem nicht verdrecken, weshalb du es ebenfalls erhöht stellen solltest.

Brücken, Plattformen und Röhren für mehr Abwechslung

Brücken und Treppen

Der Käfig wird spannender und vielfältiger für deinen Hamster durch Brücken und Treppen (meistens aus Holz). Als Trennwände eignen sich Brücken hervorragend, um das Hamstergehege in verschiedene Bereiche mit verschiedenen Untergründen einzuteilen. Damit dein kleiner Nager die Trennwände überwinden kann, kannst du zusätzlich Brücken über die Hindernisse stellen. Auch erhöhte Punkte, wie Plattformen oder Häuserdächer kann er besser mit Brücken oder Treppen erreichen. Es gibt zwei wesentliche Kategorien mit denen du kreativ werden kannst.

Die eine Kategorie sind Brücken sind Naturholzstäbchen, die in einer Reihe auf einem Metalldraht aufgereiht sind. Durch biegen, kannst du verschiedene Formen aus ihnen machen und dementsprechend dem jeweiligen Nutzen anpassen. Diese Brücken kannst du in jedem Gehege einfach aufstellen oder hinlegen.

Es gibt aber auch eine Reihe von Brücken und Treppen, die man am Käfig (meistens am Gitter) montieren oder einhängen kann. Damit kann dein Hamster deutlich leichter erhöhte Punkte oder Ebenen erreichen und somit wird das Gehege noch vielseitiger. Du solltest aber die Höhe nicht vollständig ausnutzen, weil dein Hamster sonst aus einer extremen Höhe fallen könnte. Dennoch sind Brücken und Treppen deutlich sicherer als, dass dein kleiner Freund am Gitter entlang klettert. Deshalb raten wir dir auch von Leitern mit Sprossen eher ab.

💡 Empfehlung: Die Marke Trixie hat ein großes Portfolio an Brücken und Treppen aus Holz.

Plattformen

Hamster mögen es, sich von einer erhöhten Position einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Deshalb sind Plattformen ideal, für unsere kleinen Nager. Außerdem kann man auf Plattformen Gegenstände stellen, die nicht direkt auf der Einstreu stehen sollen. Es gibt Plattformen zum Aufstellen oder welche zum Befestigen am Gitter. Natürlich kann man auch mehrere kleine Plattformen verbinden und zu einer Art Treppe bauen. Deshalb kannst du beim einrichten des Hamsterkäfigs deinen Ideen freien Lauf lassen. Auch hier hat Trixie viel zu bieten.

Röhren

Röhren sind ein Kann, aber keinesfalls ein Muss. Wichtig ist bei Röhren, dass sie nicht zu klein für deinen Hamster sind. Hier ist das Material besonders entscheidend. Plastikröhren sind lediglich Keimherde und keine Freude für deinen kleinen Nager. Deshalb suche eine große Röhre aus Holz oder Kork, in der dein Hamster auf keinen Fall stecken bleiben kann.

Hamstertoilette

Zur Vereinfachung der Reinigung kannst du eine Hamstertoilette nutzen. Idealerweise hinterlässt dein Hamster seinen Kot hauptsächlich dort. Du kannst sie dann täglich reinigen und musst nicht das gesamte Gehege nach Kot absuchen. Die Toilette ist natürlich kein Bestandteil einer naturnahen Einrichtung des Hamsterkäfigs. Sie kommt immer in eine Ecke und wird mit Sand oder Sägespänen befüllt. Dein Hamster nutzt die Hamstertoilette eher, wenn du ein bisschen Kot beimischst. Mehr zum Thema Reinigung findet du in unserem Ratgeber zur Hamsterhaltung.

Fazit

Fazit: Hamsterkäfig naturnah einrichten

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Ratgeber zeigen konnten, wie wichtig das naturnahe Einrichten des Hamsterkäfigs ist. Außerdem haben wir dir gezeigt, dass deinen Ideen beim Einrichten des Hamsterkäfigs keine Grenzen gesetzt sind. Schlussendlich gibt es, wie bei der Einrichtung unserer Wohnung, tausende Möglichkeiten.

Das wichtigste für uns ist, den Hamsterkäfig naturnah einzurichten. Das bedeutet, dass wir möglichst natürliche unbehandelte Materialien (in der Regel Holz) nutzen und Plastik tabu ist. Außerdem sollten keine unnatürlichen Verhaltensweisen, wie trinken aus einer Nippeltränke, gefördert werden. Dein Hamster soll sich schließlich wohlfühlen und das kann er in einer artgerechten Umgebung.

Unabdingbar sind mehrere Arten Einstreu (Sägespäne, Stroh, Heu und Sand). Außerdem gehören ein Hamsterhaus und ein Hamsterrad zum Pflichtinventar. Brücken, Plattformen und Röhren sorgen zusätzlich für mehr Abwechslung. Ein Futternapf und eine Trinkschale machen das ganze dann komplett. Wenn du willst, kannst du noch eine Hamstertoilette dazunehmen. Du kannst in unserer Checkliste noch mal zusätzlich prüfen, ob du an alles denkst.

Checkliste: Hamsterkäfig naturnah einrichten

Einstreu
  • Sägespäne
  • Stroh
  • Heu
  • Sand

Wichtige Einrichtungsgegenstände
  • Hamsterhaus mit zwei Kammern oder zwei Hamsterhäuser
  • Hamsterrad
  • Futternapf
  • Trinkschale
  • Brücke(n) als Trennwände

Zusätzliche Einrichtungsgegenstände
  • 2-3 Brücken oder Treppen
  • 1-2 Plattformen
  • 1 Röhre
  • Hamstertoilette

FAQ zum Thema Hamsterkäfig naturnah einrichten

Viele haben regelmäßig Fragen rund um das Thema Hamsterkäfig. Deswegen haben wir hier noch mal die wichtigsten Fragen zusammengefasst. Es werden sich natürlich einige Themen aus dem Text und in den Fragen doppeln.

Wie viel kostet eine komplette Einrichtung für einen Hamsterkäfig?

Du solltest mit Ausgaben zwischen 100 und 200 € rechnen. Es kommt natürlich darauf an, wie vielfältig du das Gehege gestalten möchtest. Wir wollen dir nahelegen, in den Lebensraum deines Nagers zu investieren, so wie du es vermutlich auch mit deinem zu Hause machst. Wenn du versuchst, an allen Ecken zu sparen, hat dein Hamster entweder schnell Langweile oder die Einrichtung ist minderwertig. Das wollen wir nicht. Außerdem hat man häufig nicht nur einen, sondern mehrere Hamster nacheinander. Dann relativieren sich häufig die Kosten.

Welches Holz eignet sich für einen Hamster?

Am wichtigsten ist, dass das Holz unbehandelt ist. Das Holz Pappel, Buche oder Ahorn sind unbedenklich. Auch Obst- und Nussbäume stellen kein Problem dar. Gerade Apfelbaumholz wird auch als Ergänzung gerne zum Nagen benutzt.

Gibt es Spielzeug für Hamster?

Die einfache Antwort lautet: Ja. Meistens ist dieses Spielzeug aber relativ unnötig und die normale Käfigeinrichtung ist deutlich spannender für deinen Hamster. Futterspielzeuge sind noch am ehesten sinnvoll, nur ist die Zusammensetzung des Futters meistens schlecht. Deshalb empfehlen wir dir, das Geld lieber in Einrichtungsgegenstände und nicht in Spielzeug zu investieren.