Hamstergehege: Achte auf diese drei Sachen

Das Hamstergehege ist eines der wichtigsten Themen bei der Hamsterhaltung. Schließlich wollen wir doch unseren kleinen Mitbewohnern ein schönes Leben ermöglichen. Deshalb ist ein artgerechter Hamsterkäfig ein Muss. Unsere kleinen Nager sind keine Freunde von Veränderung. Deshalb sollten wir ihren Lebensraum bestenfalls nicht austauschen. Also wollen wir von Anfang an den perfekten Käfig kaufen und nicht im Laufe eines Hamsterlebens regelmäßig neue Käfige testen.

Links steht ein hölzernes Hamsterrad auf Sand. Auf dem Sand sind Steine und diese sind mit einer Holzwand getrennt vom Rest des Geheges. Auf der rechten Seite sind Sägespäne als Einstreu und darauf ist eine Holzbrücke und ein Tonnapf.
Wir wollen uns in unserem Zuhause wohlfühlen. Das Gleiche sollten wir auch unseren Hamstern ermöglichen.

Es gibt aber auch noch weit mehr als nur die Größe des Hamstergeheges, die wichtig für den Wohlfühlfaktor ist. Auch der Aufbau und der Ort sind entscheidend, damit unser kleines Haustier glücklich ist. Wichtig ist, dass du schon vor dem Kauf deines Hamsters, ein geeignetes Zuhause für deinen Nager gefunden hast, damit er sich dort direkt einleben kann.

Die optimale Größe des artgerechten Hamstergeheges

Du stellst dir die Frage: Wie groß sollte ein artgerechtes Hamstergehege sein? Perfekt, dann bist du hier genau richtig. Egal für welche Hamsterart du dich entscheidest, die Hamsterkäfig-Größe ist sehr wichtig. Ein Hamster ist ein aufgeweckter kleiner Nager, der sich viel bewegen will. Dementsprechend müssen wir ihm diesen Platz geben, damit er artgerecht leben kann. Nur weil ein Zwerghamster kleiner als ein Goldhamster ist, heißt das nicht, dass er auch weniger Platz braucht. Deshalb gelten unsere Empfehlungen für alle Hamster.

Grundfläche

Bewegung ist für deinen Hamster sehr wichtig. Er sollte deshalb genügend Raum in seinem Gehege dafür haben. Auch eine abwechslungsreiche Einrichtung des Geheges führt dazu, dass sich dein Hamster mehr bewegt. Diese braucht logischerweise ausreichend Platz, damit du sie hineinstellen kannst. Sollte eins von beidem nicht möglich sein, könnte dein Hamster sehr schnell dicker und irgendwann übergewichtig werden.

Deshalb sollte die Grundfläche mindestens 0,5 Quadratmeter betragen. Optimal wäre sogar eher 1 Quadratmeter. Es gilt: Je größer, desto besser. Die Verteilung auf Länge und Höhe ist dabei relativ egal. Das Hamstergehege kann also sowohl quadratisch als auch rechteckig sein.

💡 Hinweis: Die Grundfläche errechnet sich mit Hilfe der Käfigmaße und verändert sich nicht, sollte ein Käfig mehrere Etagen haben.

Höhe

Hamster lieben es zu klettern und zu graben. Deshalb muss der Käfig möglichst hoch sein. Eine Höhe von 50 cm solltest du auf keinen Fall unterschreiten. Außerdem muss genug Platz für Einstreu sein, damit euer kleiner Freund auch Gänge buddeln kann. Du solltest die Einstreu dafür auf eine Höhe von mindestens 15, eher 20 cm bringen können. Zum Klettern kannst du dann diverse Leitern und Ebenen als Käfigeinrichtung einbauen.

Material von Hamstergehegen

Grundsätzlich gibt es vier Materialien bei Hamstergehegen für unsere kleinen Vierbeiner:

Jedes Material hat natürlich Vor- und Nachteile. Häufig besteht ein Hamsterkäfig nicht nur aus einem Material, sondern mehreren. Wir wollen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile zeigen, damit du dich für deinen artgerechten Hamsterkäfig entscheiden kannst.

Hamstergehege mit Gitter

Die wohl bekannteste Form eine Hamsterkäfigs ist die mit Gitter. Meistens ist der Aufbau gleich: Einstreuwanne aus Plastik und darauf ein Gitter. Es kann aber auch Gitter in einem Käfig aus Holz oder aus Glas eingebaut sein. Das Gitter bietet auf jeden Fall viele Möglichkeiten zur Gestaltung des Lebensraums deines Hamsters.

Vorteile von Gehegen mit Gitter

  • Dein Hamster liebt es zu klettern. Das Gitter eignet sich wunderbar, damit du Einrichtungsgegenstände, wie Plattformen und Brücken befestigen kannst oder dein kleiner Nager auf diese höhere Ebenen selbst klettern kann.
  • Das Gitter ist Luftdurchlässig und deshalb wird das ganze Gehege gut belüftet. Damit verhinderst du Schimmelbildung und schlechte Luft für deinen Hamster.
  • Du kannst das Hamstergehege meist vorne und nicht nur oben öffnen. Damit kannst du deinen Hamster von vorne aus dem Gehege nehmen oder ihn sogar auf deine Hand laufen lassen. Das macht ihm deutlich weniger Angst, weil er sich nicht wie in einer Räuber-Beute-Situation fühlt.
  • Du siehst deinen Nager die ganze Zeit und weißt also sofort, was er macht. Ungewöhnliches Verhalten bekommst du also auch schneller mit und kannst besser reagieren.

Nachteile von Gehegen mit Gitter

  • Der Dreck kann leicht nach außen fallen, wenn dein Hamster buddelt. Du wirst also regelmäßig rund um das Hamstergehege sauber machen müssen.
  • Eine negative Verhaltensweise bei Langeweile ist oftmals das Nagen an Gitterstäben. Das Problem: Dieses Verhalten kann krankhaft sein und oftmals enthalten die Gitter Quecksilber. Das ist giftig für Hamster! Wenn du deinem Hamster eine schöne naturnahe Einrichtung bietest, kannst du diesem Problem zumindest teilweise entgegenwirken.
  • Oftmals ist die Einstreuwanne zu klein und erfüllt nicht die Anforderungen an die Einstreuhöhe. Das kannst du aber umgehen, indem du darauf achtest.

Hamstergehege aus Plastik

Ein Gehege aus Plastik ist keine Option, denn ein artgerechter Hamsterkäfig ist das nicht. Es handelt sich dabei wohl eher um Tierquälerei. Hamsterkäfige aus Plastik sehen leider häufig spannend aus. Sie sind bunt, haben viele Röhren und ein Laufrad. Das ist zwar schön, aber bringt deinem Hamster nichts. Das Hamstergehege ist meistens zu klein, die Röhren zu eng und sehr schnell unhygienisch und das Laufrad zu klein, was deinem kleinen Freund dauerhaft schaden kann. Außerdem gibt es immer wieder Stellen an denen Bruchstücke aus Plastik abgeknabbert werden könnten. Das kann sehr schnell lebensgefährlich für deinen Hamster sein. Deswegen ist auch die zusammenfassende Liste mit Vor- und Nachteilen sehr einseitig.

Vorteile von Gehegen aus Plastik

  • Sie sind sehr leicht beim Transport.

Nachteile von Gehegen aus Plastik

  • Hygienisch gesehen, sind Hamstergehege aus Plastik ein echtes Risiko für unsere kleinen Freunde. Durch die schlechte Luftzirkulation bildet sich Kondenswasser, was die Schimmelbildung begünstigt. Außerdem wird es sehr schwer, die Röhren und anderen verwinkelten Bestandteile gut zu reinigen.
  • Jeder Hamster nagt gerne. Nagt er aber ein Stück Plastik ab und verschluckt dieses, dann besteht echte Lebensgefahr.
  • Das Hamstergehege ist nahezu immer viel zu klein. Das Erfüllen der Mindestmaße ist eine der wichtigsten Bedingungen für einen artgerechten Hamsterkäfig.
  • Auch das Laufrad ist enorm klein. Dein Hamster kann davon dauerhafte Schäden tragen, weil er im Hohlkreuz läuft.

Hamstergehege aus Holz

Einen Hamsterkäfig aus Holz kann man sich theoretisch auch selbst bauen. Man muss dafür zwar ein bisschen handwerkliches Geschick mitbringen, aber damit kannst du den Käfig genau an deine Vorstellungen anpassen. Meistens wird ein Holzkäfig mit Gitter und/oder Glas zusammen gebaut. Schließlich willst du deinen kleinen Freund auch mal sehen.

Vorteile von Gehegen aus Holz

  • Holz ist ein sehr robustes und langlebiges Material. Du brauchst keinerlei Angst beim Transport zu haben.
  • Gerade als handwerklich begabte Person, kannst du das Hamstergehege individuell gestalten. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Holz ist ein natürlicher Rohstoff, welcher auch in der Natur so vorzufinden ist. Deshalb ist es für deinen Hamster kein Problem, wenn er daran nagt.
  • Holz ist nicht nur ein Top Material, sondern auch optisch schön. Es passt häufig zur Inneneinrichtung und steigert also nicht nur das Wohlbefinden deines Nagers, sondern auch deins.
  • Meistens wird Holz mit einem anderen Material (Gitter oder Glas) kombiniert und das Hamstergehege nimmt deshalb auch dessen Vorteile mit auf.

Nachteile von Gehegen aus Holz

  • Dass dein Hamster gerne am Holz nagt, kann auch gefährlich werden. Du musst regelmäßig kontrollieren, dass er keine Löcher in Wände oder den Boden frisst.
  • Holz ist ein schweres Material. Der Transport ist dementsprechend nicht so leicht. Steht dein Hamsterkäfig auf einer Kommode, muss diese die Last auch tragen können.
  • Bei der Kombination mit anderen Materialien werden natürlich auch die Nachteile des entsprechenden Material mit aufgenommen.

Hamstergehege aus Glas

Ein Käfig aus Glas erinnert immer ein bisschen an ein Terrarium für Reptilien. Doch Glas ist auch für Hamster geeignet. Es ist entweder Kombination aus Glas und anderen Materialien vorzufinden oder es handelt sich um umfunktionierte Aquarien. Gerade von solchen Aquarien sind wir Fans.

Vorteile von Gehegen aus Glas

  • Wenn das Hamstergehege ausschließlich aus Glas besteht, kannst du die Einstreuhöhe selbst bestimmen.
  • Die Einstreu kann außerdem nicht mehr herausfallen, wie bei einem Gitterkäfig.
  • Gegenüber dem Gitterkäfig gibt es noch weitere Vorteile. Einerseits wird deine Sicht auf deinen kleinen Freund nicht mehr durch Gitterstäbe gestört.
  • Andererseits kann dein Hamster nicht mehr an Gitterstäben nagen. Das heißt, er kann dieses zwanghafte Verhalten gar nicht erst entwickeln.
  • Glaswände dienen als optimaler Schutz vor Zugluft.

Nachteile von Gehegen aus Glas

  • Wie beim Holz, ist das hohe Gewicht ab und zu ein Problem. Kommoden müssen dieses Gewicht aushalten können.
  • Beim Transport ist nicht nur das Gewicht ein Problem. Das Hamstergehege kann auch relativ schnell zu Bruch gehen. Du transportierst das Gehege aber jedoch eher selten bzw. nie.
  • Die Luftzufuhr ist relativ schlecht. Bei großen Gehegen stellt das aber meistens kein Problem dar. Achte einfach darauf, dass der Käfig nach oben vollständig luftdurchlässig ist.
  • Du kannst deinen Hamster lediglich von oben aus dem Hamsterkäfig nehmen. Dabei fühlt er sich aber wie Beute, die von Fressfeinden aus der Luft angegriffen wird. Das ist für deinen Hamster unangenehm. Das kannst du aber umgehen, indem du dich ihm von vorne näherst.

Positionierung des Hamstergeheges

Jetzt hast du schon einen artgerechten Hamsterkäfig, aber weißt nicht so recht, wohin du ihn stellen sollst? Wir erklären es dir, denn auch das ist an sich recht einfach.

Raum für das Hamstergehege

Hamster sind nachtaktiv. Deshalb solltest du einen ruhigen Raum wählen, in dem er nicht beim Schlafen tagsüber gestört wird. Auch du willst nachts ungestört schlafen können. Also solltest du das Hamstergehege nicht in deinem Schlafzimmer aufstellen. Temperaturen zwischen 18° und 24° C sind gut, 20° C optimal. der Raum sollte sich aber nicht unter 15° C abkühlen, weil dein Hamster sonst in einen winterschlafähnlichen Zustand verfallen könnte. Meistens eignen sich Gästezimmer oder ruhige Arbeitszimmer besonders gut.

Ort für das Hamstergehege innerhalb eines Raums

Wenn du den optimalen Raum gefunden hast, brauchst du nur noch einen geeigneten Platz in diesem Raum. Wichtig ist, dass der Hamster sowohl vor Zugluft, als auch vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Auch direkt neben einer Heizung sollte er nicht leben. Außerdem solltest du den Hamsterkäfig erhöht, zum Beispiel auf eine Kommode, stellen. Wenn du den Käfig auf den Boden stellst, fühlt dein Hamster sich wie in einer Räuber-Beute-Situation und hat sehr oft Todesangst. Diesen Zustand wollen wir natürlich vermeiden.

💡 Hinweis: Solltest du mehrere Haustiere haben, stelle sicher, dass deine anderen Haustiere nicht an den Käfig deines Hamsters kommen.

Fazit

Fazit: Artgerechtes Hamstergehege

Wie du im Ratgeber bestimmt mitbekommen hast, sind die wichtigsten drei Aspekte des Hamstergeheges die Größe, das Material und die Positionierung. Grundsätzlich kannst du kreativ werden und viele Lösungen werden deinen Hamster zufrieden stellen. Trotzdem wollen wir dir eine Empfehlung mitgeben.

Wie du weißt, sollte das Hamstergehege mindestens 0,5 Quadratmeter Grundfläche besitzen und 50 cm hoch sein. Die Einstreuhöhe wollen wir mindestens auf 15 cm bringen. Glas ist mit die artgerechteste Variante, aber auch Gitter ist prinzipiell eine Option, damit du zusätzliche Einrichtungsgegenstände anbringen kannst.

Platziere diesen artgerechten Hamsterkäfig am besten in einem Gästezimmer, welches du sonst wenig nutzt. Alternativ geht auch ein Arbeitszimmer, in dem du nicht lautstark arbeitest, sondern eher am Computer sitzt. Achte bitte unbedingt auf den Standort im Raum. Vermeide Wärmequellen und Zugluft und bringe das Gehege in eine erhöhte Position.

Achte außerdem auf ausreichend Abwechslung, damit dein Hamster nie an den Gitterstäben nagt. Damit du weißt, wie du die Einrichtung naturnah gestalten kannst, haben wir auch dafür einen Ratgeber geschrieben.

Wenn du noch weitere Informationen zum Thema Hamster erhalten möchtest, dann schaue dir doch mal unsere Ratgeber zur Ernährung und Haltung an.

FAQ zum Thema Hamstergehege

Viele haben regelmäßig Fragen rund um das Thema Hamstergehege. Deswegen haben wir hier noch mal die wichtigsten Fragen zusammengefasst. Es werden sich natürlich einige Themen aus dem Text und in den Fragen doppeln.

Wie viel kostet ein Hamsterkäfig?

Hamstergehege, die die Mindestmaße einhalten, kosten zwischen 60 und 250 €. Geld zu sparen und dafür einen minderwertigen oder weniger optimalen Käfig zu kaufen, ist für uns keine Option. Deshalb wollen wir dir nahelegen, in den Lebensraum deines Nagers zu investieren, so wie du es vermutlich auch mit deinem zu Hause machst. Außerdem hat man häufig nicht nur einen, sondern mehrere Hamster nacheinander. Dann relativieren sich häufig die Kosten.

Welches Holz eignet sich für einen Hamsterkäfig?

Am wichtigsten ist, dass das Holz unbehandelt ist. Das Holz von Pappel, Buche oder Ahorn sind unbedenklich. Auch Obst- und Nussbäume stellen kein Problem dar. Gerade Apfelbaumholz wird auch als Ergänzung gerne zum Nagen benutzt.

Wie oft sollte man den Hamsterkäfig reinigen?

Du solltest regelmäßig, bestenfalls täglich, die Vorratskammer deines Hamster kontrollieren, damit du sicher sein kannst, dass sein Futter nicht schimmelt. Auch wöchentlich solltest du, falls du eine hast, die Hamstertoilette reinigen. Alles andere solltest du im Verlauf des Jahres immer mal wieder säubern.